Schauspiel
Im Gegensatz zum Profitheater bieten die UNIVERSITY PLAYERS die Möglichkeit, ohne vorherige Bühnenerfahrung erste Schritte auf den weltbedeutenden Brettern zu machen. Über einen Zeitraum von zehn bis zwölf Wochen (je nach Semester), wird sich in ca. acht bis zehn Proben-Stunden in der Woche das Theaterstück erarbeitet. Dabei ist große Spielfreude gefragt!
Neben den inszenatorischen Aspekten, die hautnah erlernbar sind, gibt dieser Bereich zusätzlich die Möglichkeit, ein Drama „von innen heraus“ zu analysieren. Niemand ist näher am Dramentext als Schauspieler/innen, Regisseur/innen und Regieassistent/innen! Zudem fördert das Textlernen eine kognitive Fähigkeit, von der man (nicht nur) als Student/in enorm profitieren kann. So manche (ehemalige) Mitglieder sind so vom Bühnenfieber gepackt worden, dass sie sich entschlossen haben, eine Schauspielschule zu besuchen.
Regie
Für dieses künstlerische Fach sind erste Theatererfahrungen unabdingbar. Ein/e Regisseur/in entscheidet im Wesentlichen, was am Ende der Probenphase auf der Bühne zu sehen ist. In diesem Bereich sind Fantasie, ein hochentwickeltes Gespür für bühnenwirksames Geschehen, Analysefähigkeiten und Führungskompetenzen gefragt.
Regisseur/innen bei den UNIVERSITY PLAYERS vertiefen die Dramenanalyse, erarbeiten ein Inszenierungskonzept, verfassen eine Strichfassung des Aufführungstextes, organisieren gemeinsam mit den Regieassistent/innen die Proben, konzipieren die ästhetische Struktur des Stückes und stimmen mit Bühnen- und Kostümbildner/innen die Ausstattung ab. Sie investieren die meiste Arbeit und Energie in das Projekt, und haben neben der Produktionsleitung den anspruchsvollsten Job im Workshop, da sie – genau genommen – die gesamte künstlerische Verantwortung tragen.
Regieassistenz
Dieser Bereich bietet schlichtweg die gründlichste Vorbereitung auf einen Job am professionellen Theater: Als Regieassistent/in lernt man, wie Theater „funktioniert“. Man ist tätig als Vermittler/in zwischen allen Bereichen, die für eine Produktion notwendig sind; außerdem ist man bei jeder Theaterprobe dabei, führt das Regiebuch, strukturiert Regisseur/in und Schauspieler/innen und hilft überall aus, wo Bedarf ist.
Ja, Regieassistent/innen sind die ‘Mädchen für Alles’. Diese Aufgabe eröffnet jedoch die Chance, den Regisseur/innen auf die Finger zu schauen und die Arbeitsweise und Struktur der Gruppe aus nächster Nähe kennen zu lernen. Ebenso gilt hier das Gleiche wie für Schauspiel und Regie: Niemand beschäftigt sich intensiver und umfassender mit dem Dramentext und dessen Aufführungsbedingungen als Beteiligte jener Bereiche.
Bühnenbild
Neben der Regie ist der/die Bühnenbildner/in für die ästhetische Struktur des Stückes verantwortlich. Gemeinsam mit dem/der Regisseur/in wird in diesem Bereich der (Spiel-) Raum für die Inszenierung entwickelt. Neben ausgeprägter Kreativität und Fantasie ist hier nicht zuletzt Improvisationstalent und handwerkliches Geschick gefordert. Immerhin gilt es, das Audimax in eine Theaterbühne zu verwandeln.
Mit unserem Budget können wir dabei natürlich keine technischen und ästhetischen Wunder vollbringen. Doch mit Einfallsreichtum und zuweilen ein paar Leihgaben aus Hamburger Theatern entsteht für die Aufführungszeit eine neue Welt im größten Hörsaal der Universität. Um das zu bewerkstelligen muss der/die Bühnenbildner/in ein Team organisieren, mit dem er/sie hauptsächlich an Wochenenden Einzelteile des Bühnenbildes bereits vorfertigt und sich um die notwendigen Materialien kümmert. Am Wochenende vor der Premiere stellen alle Workshop-Teilnehmer/innen das Bühnenbild auf die Audimax-Bühne. Dem Bühnenteam obliegt für diese Aktion die volle Verantwortung.
Die Programmzeitung
Die UP News erscheint zweimal im Jahr in einer Auflage von ca. 1500 Stück. In dieser Programmzeitung werden Artikel zusammengetragen, die sich im Stile des Feuilleton-Essays inhaltlich und assoziativ mit dem jeweiligen Theaterstück befassen.
Die Chefredaktion konzipiert eine Themenliste für die jeweilige Ausgabe und akquiriert Redakteure. Dieser Job im Workshop ist im besten Sinne als journalistisch zu verstehen. Die Chefredaktion bildet den Kompetenz- und Beratungspool für alle Redakteure, die sich meist aus Studierenden und Lehrenden zusammensetzen. Chefredakteur/innen sind für die inhaltliche und formale Korrektur aller Artikel zuständig und schreiben in der Regel auch mindestens einen Artikel selbst. Literaturwissenschaftliche Kompetenzen sind daher unabdingbar. Hier besteht vor allem die Chance, theoretische Kenntnisse praktisch anzuwenden – sowie einen dramaturgischen Blick zu entwickeln bzw. zu schärfen. Diese Aufgabe gehört zu den zeitintensiveren; vor allem während der Korrekturphase.
Produktionsassistenz
Wenn die Regieassistenz ‘Mädchen für Alles’ ist, dann ist die Produktionsassistenz ‘Mädchen für alles Andere’. Als Produktionsassistent/in hilft man bei der Gesamt-Koordination des Theaterprojektes und hat daher Kontakt zu allen Beteiligten.
Es fallen Büroarbeiten an, vor allem in den Bereichen Public Relations und Kommunikation. Dabei können durchaus eigene Projekte verfolgt werden, wie z.B. Sponsoren-Akquise oder die Organisation eines Wochenendworkshops zu bestimmten Themen oder bestimmten Bereichen der Theaterproduktion. Engagement, ein offenes Auge und Selbstständigkeit sind wichtige Voraussetzungen. Im Wesentlichen lernt man als Produktionsassistenz die Verwaltungsseite und die wirtschaftlichen Aspekte einer Theaterproduktion kennen. Wie bei der Regieassistenz bietet dieser Bereich den absoluten Gesamtüberblick.
Kostüme
Kostümdesign und Kostümbeschaffung bzw. –erstellung gehört wie das Bühnenbild zu den kreativen Jobs, die handwerkliches Geschick erfordern.
Man muss nicht unbedingt nähen können – obwohl das natürlich sehr hilfreich ist. Wichtiger ist es, die ästhetischen Wünsche und Vorstellungen der Regie umsetzen zu können und sich mit Modedesign zu beschäftigen.
Licht
Alles, was schön ist, soll beleuchtet werden: Es gilt, im Audimax einen Bühnenraum zu schaffen.
Dafür müssen zunächst die Scheinwerfer geliehen, aufgebaut und eingerichtet werden. Danach werden Lichtstimmungen entwickelt, die das Gesamtkonzept unterstützen. Und zu guter Letzt braucht man allabendlich eine/n Beleuchter/in, der/die die Show “fährt” und im Audimax den Überblick behält.
Ton
Abhängig von der jeweiligen Inszenierung benötigen wir mal mehr, mal weniger komplizierte Toneffekte, mindestens aber Einlass-, Umbau- und Pausenmusik.
Auch hier will die Technik aufgebaut und während der Shows bedient werden, oft in Zusammenarbeit mit Inspizienz und Licht.
Die Inspizienz
Inspizient/innen managen den Ablauf der Aufführungen ab den Hauptproben.
Dazu muss die Inspizienz die Technik koordinieren, den Plan für die Umbauten zwischen den Szenen erstellen, an jedem Aufführungsabend die Bühne für die Aufführung vorbereiten und dafür sorgen, dass die Schauspieler/innen ihre Auftritte nicht versäumen. Um alle technischen und menschlichen Notfälle hinter der Bühne während der Show kümmert sich der/die Inspizient/in.
Housemanagement / Vorderhaus
300 Zuschauer pro Abend wollen Karten kaufen, in den Saal eingelassen werden und natürlich ein paar Biere oder Colas trinken.
Das Housemanagement regelt alles, was im Vorderhaus passiert, weist jeden Abend neue Helfer beim Kartenabreißen und dem Getränkeverkauf ein und kümmert sich nebenbei noch um Problemfälle aus dem Saal (bellende Hunde?) und hinter der Bühne (blaue Flecken, die ein Coolpack benötigen).
Public Relations
Dies ist ein breit gestreutes Aufgabenfeld. Wir versenden Vorankündigungen und Programmzeitungen an alle Hamburger Gymnasien und versuchen, Zeitungen, Radiosender und Fernsehanstalten dazu zu bewegen, über uns zu berichten.
Wir lassen Plakate drucken und hängen sie auf. Wir verteilen Flyer, und an besonders optimistischen Tagen suchen wir nach Sponsoren. Außerdem finden wir Anzeigenkunden für unsere Programmzeitung.
Requisite
Requisite ist wie das Bühnen- und Kostümbild Teil der Gesamtausstattung des Stückes.
Die Requisiteur/innen müssen erfinderisch sein, um die sonderbarsten Spiel-Gegenstände ausfindig zu machen und gegebenenfalls dem eigentlichen Zweck zu entfremden. So kann man aus einem halbierten Globus eine Warmhaltehaube für ein Dinner und aus einem Besenstiel den Stab eines Zeremonienmeisters machen.
Souffleuse/Souffleur
Allabendlich flößt sie/er den Schauspielern durch bloße Anwesenheit Mut ein.
Vor den Aufführungen sollte sie bei möglichst vielen Proben dabei sein, denn es lässt sich besser proben, wenn immer jemand da ist, die sofort die richtige Textstelle findet. Außerdem ist es absolut notwendig, dass die/der Souffleuse/Souffleur einen Hänger von einer beabsichtigten Pause unterscheiden kann.
Maske
Wenn man sie mit 1000 Watt Scheinwerfern anstrahlt, kann noch die glatteste Haut aussehen wie ein Streuselkuchen.
Daher müssen alle Schauspieler/innen ein Make-up bekommen. Darüber hinaus gibt es natürlich noch diverse Anforderungen vom Bärtekleben übers Perückenkämmen bis zum Aufschminken von Säufernasen und lebensgefährlichen Wunden. Zusätzlich ist der/ die Maskenbildner/in für die Beschaffung des Schminkmaterials verantwortlich.
Layout
Wir layouten unsere Zeitung selbst! Text, Fotos und Illustrationen wollen ansprechend auf die etwa 32-36 Seiten der UP News verteilt werden.
Wir sind auch offen für neue Designs: Das Erscheinungsbild der Zeitung darf von innovativen Layouter/innen gern verändert werden. Wer gut mit Grafikprogrammen umgehen kann, ist uns in diesem Bereich herzlichst willkommen.